SAO Ordinal Scale | Review

Samstag, den 18.02.2017, war ich auf der Europapremiere von dem neuen Sword Art Online Film „Ordinal Scale“ und da ich direkt nach dem Film direkt sehr viel Gesprächsstoff hatte, habe ich ein Video gemacht, indem ich meine Gedanken komprimiert wiedergebe. Das ist meine Kurzkritik zu „Ordinal Scale“:


Falls jemand keine Lust hat das Video zu schauen oder euch meine Stimme zu monoton ist, hab ich hier das Ganze auch nochmal in Textform:

Review

Hi, ich war Samstag in Köln und habe mir die europäische Premiere von “Sword Art Online – The Movie – Oridnal Scale” anschauen können und ich möchte jetzt ein paar Gedanken dazu loswerden. ch werde versuchen das Video vergleichsweise Spoilerfrei zu halten, aber da ich auf die ein oder andere Szene genauer eingehen möchte lassen sich Spoiler nicht komplett vermeiden. Bevor ich aber irgendwelche Szenen genauer beschreibe, werde ich eine Spoiler Warnung einblenden. 

Das Event
Das Event an sich wurde wieder sehr gut von Peppermint Anime organisiert. Alles lief pünktlich an, die Schlangen am Merchandise Stand waren erträglich und ich bin ohne Probleme an mein Vorbesteller T-Shirt gekommen. Schade ist nur, dass es nicht, wie zu der Premiere der zweiten SAO Staffel, für wirklich jeden sowas wie ein Poster gab, aber das lässt sich verschmerzen.

Der Film
D
ie Story vom SAO Movie ist so klassisch wie simpel: es gibt ein neues MMO, bloß statt einer weiteren virtuellen Realität gibt es nun das namensgebende AR Spiel “Ordinal Scale”. AR steht für Augmented Reality, was bedeutet, dass die virtuelle über die reale Welt gelegt wird. Kirito steht der AR von Beginn an kritisch gegenüber, was von allen anderen als Faulheit interpretiert wird, da man sich in der AR ja wirklich bewegen muss. Seine Skepsis scheint aber berechtigt als erste Vorfälle geschehen.
Trotz dieser recht simpel wirkenden Prämisse hat mir der Film wirklich sehr Spaß gemacht. Insbesondere die ersten zwei Drittel, da mir in der zweiten Staffel eine Bedrohung gefehlt hat bzw. sie einfach nicht präsent war. Ordinal Scale hingegen baut von Beginn an eine Bedrohung auf, bei der man wirklich das Gefühl hat, dass es eine Gefahr für die Charaktere darstellt. Getragen wird dies durch eine dauerhafte realistische Emotionalität, die einen jederzeit mit Kirito und Asuna mitfühlen lässt. 
Auch hat mir gefallen, dass Asuna und Kirito quasi den kompletten Film über im Mittelpunkt stehen und Nebencharaktere wirklich Nebencharaktere bleiben. Dieser gut gewählte Fokus geht leider zum Ende hin etwas verloren, was ich aber gleich genauer erkläre.
Zu dem spannenden Story Grundbau, gesellt sich das gewohnt gute Artwork von A1 Pictures und ein tolles Sounddesign, das die brachialen Kämpfe gut rüberbringt. Zu der musikalischen Untermalung muss ich glaube ich nichts sagen, außer das hier die Sängerin LiSA und die Komponistin Yuki Kajiura wieder großartig abliefern.

Meine Kritikpunkte
Ich bin froh über relativ wenig Fanservice in SAO, weshalb es mich besonders ärgert, dass Asuna in einer Szene in der Sie badet, auf einmal D-Körbchen hat, die dann in der nächstens Szene auch wieder verschwunden sind. So etwas kann man sich wirklich sparen. Aber das hat sogar der Creative Director im Q&A nach dem Film zugegeben.
Ähnlich verhält es sich mit dem letzten Drittel des Films bzw. dem Endkampf. Ich bekam sofort das Gefühl, dass hier auf gedeih und verderben versucht wurde ein möglichst epischen Moment zu erzeugen. Das dabei die zumindest teilweise vorhandene logische Konsistenz und die wirklich gut rüber gebrachte Emotionalität einfach über Bord geworfen wird nimmt man dafür scheinbar in kauf. Und das ist wirklich schade, da ich mit mittelmäßigen Erwartungen ins Kino gegangen bin und dann wirklich positiv überrascht wurde, nur um dann zum Schluss doch kopfschüttelnd im Saal zu sitzen.

Spoiler

Man hätte vielleicht auch, anstatt auf das Deus Ex Machina Wunderwerk Yui zurück zu greifen, die einfach alle Nebencharaktere, der ersten und zweiten Staffel, durch zauberhand auf einen geschlossenen Server transportiert um den Endboss zu besiegen und Kirito wieder einmal zum super-ober-Ficker zu erklären, sich eine etwas dezentere Lösung des Problems ausdenken können. Klar, das wäre wahrscheinlich nicht so episch und bombastisch gewesen, aber es wäre auch nicht so haarsträubend dumm.

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Fazit
Trotzdem sage ich, dass mir Ordinal Scale wirklich gefallen hat, selbst wenn ein fader Beigeschmack bleibt. Für SAO Fans ist er auf jeden Fall etwas, auch oder insbesondere für die, die der zweiten Staffel nicht so viel abgewinnen konnten. Die die nie etwas mit SAO anfangen konnten werden auch an diesem Film wahrscheinlich keine Freude finden, aber das ist auch absolut Geschmackssache und jedem selbst überlassen.

Zum Schluss möchte ich auf etwas spezielles eingehen, das nur indirekt mit dem Film zutun hat:
Bei einer sehr emotionalen Szene zwischen Asuna und Kirito, bei der er sich Asuna an die Brust wirft, sie umarmt und ihr seine Liebe und Hingabe beteuert, fängt auf einmal der halbe Kinosaal (hörbar mehrheitlich männlich) an zu kichern und zu lachen. Dabei war die Szene alles andere als humorvoll.
Einer der jap. Ehrengäste gab bei dem Q&A auch zu verstehen, dass er von der Reaktion des Saals zu dieser Szene irritiert gewesen sei. Das kann ich auch völlig nachvollziehen, da z.B. anders als in der ersten Staffel wo Asuna sich peinlich berührt auszieht, hier keiner der Charaktere so wirkt. 
Stattdessen wird die intime und gereifte Beziehung zwischen den beiden visualisiert und somit die Entwicklung seit der ersten Staffel schön verdeutlicht.
Diese Entwicklung hat das Publikum anscheinend leider nicht durchgemacht.

 P.S.: Falls sich jemand dafür interessiert was „Ordinal Scale“ eigentlich bedeutet, kann sich dieses Video geben, aber seid gewarnt: Es handelt sich um Mathematik, aber nicht um die harmlose Sorte.